|
| 
komm mit - altes portugiesisches Kulturland aus dem Dornröschenschlaf zu wecken.
2,5 Hektar am Fluss. Ein paar Natursteinhäuser. Oliven, Wein, Feigen, Aprikosen
ein verwildertes Paradies, dass es neu zu entdecken und zu zähmen gilt. Entdecker-Wochen !
Gemeinsame Arbeit, Symbolarbeit, Rituale, (u. a. Schwitzhütte und/oder Feuerlauf) Meditationen, Phasen des Schweigens und Phasen des Austausches strukturieren den Tag.
Wir entdecken neue Ausdrucksmöglichkeiten für unser Mann-sein. Dies lässt uns sicherer, offener und freier werden für unsere "Rollen" im Alltag – als (Geschäfts-)Partner, Vater, Sohn ...
"Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als
Originale"
Pablo Picasso
| | Entdecke das
Original in Dir Entdecke das Feuer in Dir: "Unsere Aufgabe ist es das Feuer weiterzugeben - nicht die Asche anzubeten!" | | |  | |
Erfahrungsbericht: Männerprojekt „Mann entdecke dich“ in
Goladinha, Portugal
Pünktlich zur Sommersonnwende, am 21. Juni
kamen die ersten drei Männer nach Goladinha. Das „Entdecker-Projekt“, auf dem alten portugiesischen Kulturland, konnte starten. Womit ich anfangs nicht gerechnet hatte – die beantragte Wiederinbetriebnahme der alten Stromversorgung war bereits Wirklichkeit geworden – das sollte uns so manche Pionierarbeit erheblich erleichtern. Andererseits hätte es auch besondere Reize gehabt ganz ohne Strom zu sein.
Zunächst ging es darum für jeden einen passenden Schlafplatz zu finden. Die Männer haben sich für das „Wohnhaus“ entschieden (1 Wohnraum mit zwei abgetrennten Kämmerchen, 1 Küche und jeweils im Untergeschoss ein Weinkeller (Adega). An deutsche Wohnverhältnisse gemessen eine unzumutbare Bleibe. Für viele älteren portugiesischen Mitbürger die auf dem Land leben, jedoch durchaus noch eine alltägliche Wohnsituation – die Küche, kohlrabenschwarz, vom offenen Feuer, das auch im Sommer zum Kochen entfacht wird. Ansonsten gibt es keinen Ofen zum Heizen im Winter, geschweige denn eine Heizung. Es existiert kein Badezimmer, keine Toilette, kein Wasser am Haus – das
fliesst dafür ausreichend im Flüsschen vorbei. Also machten wir das Haus, das ca. 20 Jahre unbewohnt war, notdürftig sauber und breiteten unsere Iso-Matten aus. Um uns nach dieser Aktion bei über 30 Grad im Schatten den Schweiss von der Haut zu waschen mussten wir über das Nachbargrundstück zum Fluss, da die Wege zum Flussufer auf unserem Grundstück restlos zugewuchert waren. In Portugal ist das aber kein Problem, da Niemandem der Zugang zum Wasser verwehrt werden darf.
Aus einer Pinie, die über dem Zufahrtsweg gefallen war und uns bei unserer Ankunft den Weg zum Grundstück versperrte, schnitten wir uns einen Redestab heraus und konstituierten feierlich die erste Redestabrunde in
Goladinha. Die Männer der ersten Gruppe banden sich mit bunten Tuchstreifen in den Redestab ein und berichteten über ihr Erleben an diesem ersten Tag und über ihre Beweggründe die sie bewogen hat bei diesem
Projekt dabei zu sein. Diese Art der Kommunikation – nur der, der den Redestock in Händen hält spricht und bekommt von den anderen die ungeteilte Aufmerksamkeit – ist unsere tägliche Übung. Den nächsten Tage rückten wir, ausgerüstet mit Machete, Astschere und Motorsense der Wildnis auf den Leib.
 | | Zuerst befreiten wir das Haus von Brombeerranken und Dornengestrüpp
| | | |
Hier ging doch mal ein Weg runter zu Fluss. | H | | | 
|
Langsam lässt sich ahnen wohin das führt | | | | | Um die letzte „Tiefe“ zu überwinden bauten zwei Männer eine Leiter aus gefällten Akazien. | |  |  | | | Nun konnten wir uns im kühlen, klaren Wasser der „Alge“ erfrischen - das „Element“ Wasser war erobert. | |  | | | |
Dem Element „Erde“ begegneten wir, indem wir eine Grube aushoben, die uns als Kompost-Toilette dienen sollte. |  | | |
Erfahrungen
Statt Bungy-Springen kann man hier jederzeit in das Flüsschen „Alge springen“. 17 Grad Wassertemperatur ist bei hochsommerlichen Temperaturen von über 30 Grad im Schatten erfrischend. Die Nächte können hier bei klarem Himmel doch relativ kalt werden. Nicht selten hat es dann früh morgens 7 Grad – und wenn wir dann gleich nach dem Aufstehen, so gegen 7 Uhr, im Flüsschen den Tag begrüßen wollten war alleine der Fußmarsch, nach unten „leicht bekleidet“ schon eine kleine Mutprobe. Was mich bis heute nicht daran hindert es allmorgendlich zu tun – jetzt Mitte September hat das Wasser morgens gerade noch 15 Grad. Vielleicht suchen Menschen extreme Herausforderungen (u. a. Bungy,Rafting, Canyoning,) weil sie es sich im Alltag zu bequem gemacht haben und sich nicht nur „un-an(ge)nehmen“ Situationen verweigern, sondern auch auf absolute Sicherheit bedacht sind und Verantwortlichkeit klein geschrieben wird. Das Männerprojekt „Mann entdecke dich“ ist bestens dazu geeignet mit seiner Eigenverantwortung in Kontakt zu kommen. Zum einen weil einem das Leben hier auf Agoladinha mit seinen elementarsten Bedürfnissen konfrontiert und somit oft gewohnte, komplexe Lösungen wie wir sie i. d. R. im Berufsleben vorfinden, nicht taugen. Wollen wir hier eine Höhe, z. B. einen Terrassen-Mauer überwinden liegt es in unserer Verantwortung ob wir klettern, uns abseilen oder eine Leiter bauen. Die Entscheidung, ob wir - richtet sich also nach unseren Bedürfnissen – die Ausführung, wie wir - nach unseren Kenntnissen und Fähigkeiten.
Für die primäre Sicherheit bei all diesen Aktionen müssen wir selbst sorgen und es entsprechend ver-antworten. Also jeweils eine adäquate Antwort auf unsere Bedürfnisse finden. So ist es u. a. erstaunlich mit wie wenig Gerätschaften wir in unserer „Küche“ auskommen – und wie kreativ man(n) sein kann, wenn ein gewohntes Werkzeug eben nicht da ist – in der Wildnis. Da werden Kochlöffel geschnitzt und Brotzeitbretter gebastelt. Ein uralter Gasherd wird entrostet und geputzt, den passenden Druckminderer und die Gasflasche mussten wir natürlich schon kaufen. Schöner noch wäre für den Anfang gewesen über offenem Feuer zu kochen, aber aufgrund der extremen Trockenheit verbunden mit akuter Brandgefahr wollten wir das Wagnis nicht eingehen. Das Element Feuer spürten wir tagtäglich auf unserer Haut wenn wir aus dem Schatten traten und die Sonnenstrahlen genossen.
Nach und nach kamen und kommen auch immer mehr Teile des Grundstücks ans Licht. – aus dem Schatten ans Licht. Auch im übertragenem Sinne – so fällt uns auf, dass Hausarbeit, Kochen und Abwaschen kein Problem ist. So mancher entdeckt Freude bei diesen Tätigkeiten, die zuhause nur murrend erledigt werden. Die klassische Rollenverteilung SIE in der Küche am Herd – ER draussen mit „wichtigeren Dingen“ beschäftigt bietet sich aufgrund fehkender Weiblichkeit nicht an. Erstaunlich, wie dadurch dann unter Männern dieser fürsorgliche Aspekt ans Licht Kommen darf.
Fortsetzung folgt...
|
|